Leider hat das Wetter unsere Routenplanung durcheinandergebracht. Über dem Atlantik bildete sich Anfang der Woche ein Sturmtief, das für die Biskaya und die angrenzenden Küstengebiete stürmischen Wind, Starkregen und Schnee brachte. So sind wir von Santiago aus entlang des Jakobsweges ostwärts gefahren, sozusagen vor dem Regen davongerast.
Die ersten Schauer begleiteten unseren Weg auf der Landstraße nach Lugo. Der Camino de Santiago quert die Straße und verläuft rechts und links in der hügeligen Landschaft. Wir sahen einen einzelnen Wanderer, was für ein Mut zu dieser Jahreszeit zu pilgern. Dann nutzten wir die Autobahn, damit wir dem Regen und Sturm entkamen.
Die Autivia Camino de Santiago führte nun in die Berge hinauf bis auf 1200 Meter. Der Regen ging in Schnee über, die rechts und links aufragenden Gipfel waren weiß gepudert. Vor Leon bis hinter Burgos breitete sich die Kastilische Hochebene aus soweit das Auge reicht. Der Regen hörte allmählich auf und kurz rissen die Wolken auf.
In Burgos verbrachten wir die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe des Klosters Cartuja de Miraflores. Nicht nur der wiedereinsetzende Regen und Wind störten unseren Schlaf, sondern ein längeres Glockengeläut Punkt 24 Uhr.
Morgens setzten wir unseren Weg nach Osten fort. Wir fuhren wieder durch die Berge abwärts. Bei Miranda de Ebro gelangten wir in die Ebene des Rio Ebro. Diese zieht sich Kilometerweit bis an das Mittelmeer unterhalb von Tarragona.
Die Autobahn Richtung Barcelona verlässt bei Zaragoza die Ebene und führt durch eine wüstenartige Landschaft Los Monegros. Hier fanden wir einen tollen Campingplatz der Gemeinde Valfarta. Dieser liegt am Rande des kleinen Dorfes mit etwa 60 Einwohnern. Die eine Frau, die wir auf der Straße trafen und nach dem Weg zum Camping fragten, verstand unsere in Englisch gestellte Frage. Sie stellte sich als die Betreiberin des kommunalen Campingplatzes vor und erklärte uns fließend deutsch sprechend den Weg. Der Platz liegt sehr idyllisch und ruhig mit einem weiten Blick über die karge Ebene, doch nicht zu abgelegen, denn es kamen noch zwei weitere Wohnmobile.
Eigentlich wollten wir die Ruhe noch einen Tag genießen. Aber für die beiden Folgetage wurden Sturmböen mit bis zu 95 Stundenkilometern angesagt. Das war uns auf diesem flachen ungeschützten Terrain doch zu riskant. So setzten wir nach einer erholsamen Nacht unsere Reise fort.
Die Sonne begleitete uns durch die Regionen Navarra, Rioja und Katalonien. Die Landschaft wurde hügeliger. Rioja ist eines der bedeutendsten Weinanbaugebiete Europas. Als wir uns von Nordwesten Barcelona näherten, sahen wir zu unserer Rechten die außergewöhnliche Felsformation des Berges Montserrat. Dieser ist nicht nur wegen seiner schönen Natur bekannt, sondern vorallem wegen des in den Berg gebauten gleichnamigen Klosters.
Wir umrundeten die katalanische Hauptstadt auf einem Gewirr von dichtbefahrenen Autobahnen. Unser Ziel war Pineda de Mar, der Ausgangspunkt unserer Reise durch Spanien und Portugal. Hier werden wir ein paar sonnige Tage mit zweistelligen Plusgraden verbringen und alles nochmals Revue passieren lassen.




